500-Euro-Schein: Wie lange ist er noch gültig?

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Titelbild: stilisierter lila 500-Euro-Schein mit Stempel gültig
Inhalt
  1. Ist der 500-Euro-Schein noch gültig?
  2. Warum wurde der 500-Euro-Schein abgeschafft?
  3. Wie viele 500-Euro-Scheine gibt es noch?
  4. Kann ich mit dem 500-Euro-Schein noch bezahlen?
  5. Wo kann ich den 500-Euro-Schein umtauschen?
  6. Wie viel ist ein 500-Euro-Schein heute wert?
  7. Häufige Fragen

Kurze Antwort

Unbegrenzt. Der 500-Euro-Schein wird seit April 2019 nicht mehr ausgegeben, bleibt aber gesetzliches Zahlungsmittel und behält dauerhaft seinen Wert. Du kannst damit weiter bezahlen und ihn jederzeit kostenlos bei deiner Bank oder der Bundesbank umtauschen. Viele Geschäfte nehmen ihn trotzdem nicht gern an.

Kaum ein Geldschein hat so einen Ruf wie der lila Fünfhunderter. In Krimis liegt er bündelweise im Koffer, im Alltag haben ihn die meisten Menschen nie in der Hand gehabt. Seit die Europäische Zentralbank seine Ausgabe gestoppt hat, kommen immer wieder dieselben Fragen auf: Ist er noch etwas wert? Muss ich ihn umtauschen? Und warum nimmt ihn der Supermarkt nicht?

Ist der 500-Euro-Schein noch gültig?

Ja, ohne Ablaufdatum. Der Rat der Europäischen Zentralbank hat am 4. Mai 2016 entschieden, den Schein nicht mehr zu drucken und in die neue Europa-Serie nicht aufzunehmen. Die Deutsche Bundesbank und die Oesterreichische Nationalbank haben die letzten Exemplare am 26. April 2019 ausgegeben. Alle Scheine, die noch im Umlauf sind, bleiben gesetzliches Zahlungsmittel.

Auch ein Schein aus dem ersten Jahr 2002 ist genauso viel wert wie einer von 2019. Eine zweite Serie des Fünfhunderters gibt es nicht, alle Exemplare gehören zur ersten Euro-Serie.

DatumWas passiert ist
1. Januar 2002Der 500-Euro-Schein kommt mit dem Euro-Bargeld in Umlauf.
4. Mai 2016Die EZB beschließt das Ende von Druck und Ausgabe.
26. April 2019Bundesbank und Oesterreichische Nationalbank geben die letzten Scheine aus.
heuteWeiter gültig, unbegrenzt umtauschbar.
Quellen: Europäische Zentralbank, Deutsche Bundesbank.

Warum wurde der 500-Euro-Schein abgeschafft?

Die EZB begründete den Schritt mit der Sorge, dass der große Schein für Schwarzarbeit, Geldwäsche und Terrorfinanzierung genutzt wird. Mit einem Fünfhunderter lassen sich große Summen auf kleinem Raum transportieren: Eine Million Euro passt in Scheinen zu 500 € in eine Aktentasche. Im Alltag spielte er dagegen kaum eine Rolle, die meisten Menschen bezahlen größere Beträge mit Karte oder Überweisung.

2 kg

wiegt eine Million Euro in 500-Euro-Scheinen. Das sind 2.000 Scheine zu je etwa 1,1 Gramm. In 50-Euro-Scheinen wären es 20.000 Stück.

Berechnung: 1.000.000 € ÷ 500 € = 2.000 Scheine

Wie viele 500-Euro-Scheine gibt es noch?

Mehr, als man denkt. Ende 2024 waren im Euroraum noch rund 238 Millionen Fünfhunderter im Umlauf, zusammen etwa 119 Milliarden Euro. Die Zahl sinkt langsam, weil Banken eingezahlte Scheine nicht wieder herausgeben. Ein großer Teil liegt vermutlich als Reserve in Tresoren und Schließfächern, im In- und Ausland.

Zum Vergleich: Alle Euro-Banknoten zusammen waren Ende 2025 rund 1,62 Billionen Euro wert. Was das im weltweiten Vergleich bedeutet, steht in „Wie viel Geld gibt es auf der Welt?“.

Kann ich mit dem 500-Euro-Schein noch bezahlen?

Rechtlich ja, praktisch nicht überall. Ein Geschäft muss den Schein nicht in jedem Fall annehmen. Händler dürfen große Scheine ablehnen, wenn das vorher erkennbar ist, etwa durch einen Aushang an der Kasse, oder wenn der Schein in keinem Verhältnis zum Einkaufsbetrag steht. Für einen Kaugummi mit einem Fünfhunderter zu bezahlen, klappt also eher nicht.

  • Supermarkt und Discounter: Bei kleinen Einkäufen wird der Schein oft abgelehnt, weil die Kasse nicht genug Wechselgeld hat und Händler Falschgeld fürchten.
  • Möbelhaus, Elektromarkt, Autohaus: Bei größeren Beträgen klappt es meistens. Frag im Zweifel vorher nach.
  • Ab 10.000 € in bar muss sich der Kunde bei Händlern ausweisen. Ab dem 10. Juli 2027 gilt in der EU außerdem eine Obergrenze: Barzahlungen über 10.000 € an Händler sind dann verboten.

Wo kann ich den 500-Euro-Schein umtauschen?

Am einfachsten bei deiner eigenen Bank, am Schalter oder per Einzahlung aufs Konto. Ob ein Einzahlautomat den Schein annimmt, hängt vom Gerät ab. Sicher klappt es in jeder Filiale der Deutschen Bundesbank: Dort tauschst du Euro-Scheine kostenlos und ohne Konto in kleinere Scheine um, auch den Fünfhunderter. Bei größeren Summen fragen Bank und Bundesbank nach der Herkunft des Geldes, das ist wegen der Regeln gegen Geldwäsche Pflicht.

Wie viel ist ein 500-Euro-Schein heute wert?

Der Nennwert bleibt immer 500 €. Die Kaufkraft ist aber gesunken: Nach dem Verbraucherpreisindex brauchst du heute rund 810 €, um so viel zu kaufen wie im Jahr 2002 mit 500 €. Umgekehrt ist ein Fünfhunderter in Preisen von 2002 nur noch gut 300 € wert. Wie sich Preise seitdem verändert haben, zeigt der Kaufkraft-Rechner auf Kontotipps.de.

Für Sammler ist ein normaler Schein nicht mehr wert als sein Nennwert. Mehr zahlen sie höchstens für Besonderheiten wie auffällige Seriennummern oder Fehldrucke.

Häufige Fragen

Welche Burg ist auf dem 500-Euro-Schein abgebildet?

Gar keine. Die Bauwerke auf den Euro-Scheinen sind erfunden. Sie zeigen typische Baustile der europäischen Geschichte, damit sich kein Land bevorzugt fühlt. Der 500-Euro-Schein steht für die moderne Architektur des 20. Jahrhunderts: vorn eine Glasfassade, hinten eine Brücke.

Muss ich meinen 500-Euro-Schein jetzt umtauschen?

Nein. Es gibt keine Frist, der Schein verliert seinen Wert nicht. Wer ihn loswerden möchte, weil ihn kaum ein Geschäft annimmt, zahlt ihn einfach bei seiner Bank ein.

Wie erkenne ich einen falschen 500-Euro-Schein?

Mit dem Prinzip „Fühlen, Sehen, Kippen“ der Bundesbank: Das Papier fühlt sich griffig an, und der Druck ist an einigen Stellen ertastbar. Gegen das Licht gehalten, erscheinen Wasserzeichen und Sicherheitsfaden. Vorn zeigt das Hologramm beim Kippen die Wertzahl und das Euro-Symbol, und auf der Rückseite wechselt die Wertzahl unten rechts die Farbe von Lila zu Olivgrün oder Braun.

Passend dazu: Die schwächste Währung der Welt: Für 1 € gibt es 2 Millionen Rial.

Quellen: Europäische Zentralbank (Beschluss vom 4. Mai 2016), Deutsche Bundesbank (500-Euro-Banknote, Umtausch, Sicherheitsmerkmale), EZB-Statistik zum Banknotenumlauf nach Stückelung (Ende 2024), Bundesbank (Banknotenumlauf Ende 2025), Destatis Verbraucherpreisindex (2002: 78,1; September 2026: 126,6; 2020 = 100), EU-Verordnung 2024/1624 gegen Geldwäsche (Bargeldobergrenze ab Juli 2027).

Ringo Dühmke
Über den Autor

Ich bin Ringo, Gründer von CashFacts.de. Als Unternehmer und Investor begleiten mich Zahlen und Geldfakten bereits seit über 25 Jahren. Auf CashFacts.de schreibe ich vor allem über Geld-Themen, die einen gewissen Wow-Effekt bereithalten. Viel Spaß dabei! 🙂✌️

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